Aussteiger Felix Benneckenstein berichtete in der Realschule Regenstauf über seine rechtsradikale Vergangenheit

 

Der Einstieg in die rechtsradikale Szene vollzog sich in kürzester Zeit, der Ausstieg dagegen dauerte mehrere Jahre, berichtete Felix Benneckenstein den Schülerinnen und Schülern der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule und der Mittelschule am Schlossberg.

 

Benneckenstein war im Rahmen der Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ nach Regenstauf gekommen.

 

Konrektorin Dr. Svenja Meindl stellte in ihren einführenden Worten fest, dass die heutige Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuell sei. 17 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland seit Beginn des Jahres und 112 rechtsextremistisch motivierte Straftaten gegen Asylbewerberheime in den letzten 7 Wochen seien schockierende Ereignisse, die zeigten, wie niedrig die Schwelle zu fremdenfeindlicher Gewalt geworden sei.

 

Mit 15 oder 16 Jahren habe er sich einem Freundeskreis angeschlossen, die genau wie er damals gegen alles waren, gegen die Eltern, gegen Lehrer und die Staatsgewalt, erzählte Benneckenstein. Wenige Freizeitmöglichkeiten in seinem damaligen Heimatort Erding waren unter anderem ein erster Grund in den braunen Sumpf zu geraten.

 

Es folgten Erstkontakte zur bundesweit organisierten Neonaziszene und zur NPD. Jeder könne ganz leicht in diese Szene abrutschen. Mit verschleierten Argumenten bezüglich vermeintlicher Ungerechtigkeiten, wie z.B. warum nichts für die Jugendlichen getan werde, aber alles für Ausländer. Dazu komme die Holocaust-Lüge, Vergasungen habe es nie gegeben und wer ist an all diesen Problemen Schuld: der Staat, die Demokratie, die Amerikaner, die Juden.

 

Fast 10 Jahren war Benneckenstein in der rechten Szene aktiv. Er gründete eine eigene Kameradschaft, verfasste Flugblätter und Aufrufe zu Demonstrationen, betreute extreme Internetseiten und war als Liedermacher für die rechtsextremistische Szene tätig. Mit der Zeit habe er immer wieder Brüche in der Ideologie gesehen, das Bild von den Guten auf der richtigen Seite habe immer wieder Risse bekommen. So z.B. in seiner aktiven Zeit in Dortmund, als er erleben musste, wie Menschen, die ihm emotional nahestanden, vor seinen Augen massive physische Gewalt angetan wurde, weil sie sich von der neonazistischen Weltanschauung distanzierten.

 

Da habe ein jahreslanger Prozess in ihm begonnen, in dem er sich intensiv mit der neonazistischen Ideologie auseinander gesetzt habe. An dessen Ende stand die konsequente Abkehr von der Szene und jeglicher rassistischer Ideologie. Gemeinsam mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau Heidrun gründete er die Initiative „Aussteigerhilfe Bayern e.V.“, die heute eng mit „Exit Deutschland“, einer Initiative, die Menschen hilft, die mit dem Rechtsextremismus brechen und sich ein neues Leben aufbauen wollen, zusammenarbeitet.

 

Text: Sieglinde Geipel für die MZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benneckenstein stieg 2011 öffentlichkeitswirksam aus der Szene aus und gilt seitdem unter Neonazis als „Verräter“. 

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