„Conrad“ bringt uns auf Löt-Kurs

Mädchen der M10a werden beim Seminar von „Conrad Electronic“ im Löten geschult

 

 

Im Technikraum der Mittelschule am Schlossberg Regenstauf herrscht gespannte Stille bei uns Schülerinnen der M10a, die heute am Grundkurs „Löten“ teilnehmen dürfen. Auf der einen Seite freuen wir uns, dass wir endlich einen Schultag ohne Jungs, Mathe und Englisch erleben können, auf der anderen Seite gibt es Bedenken, ob unsere technischen Fähigkeiten für den Workshop ausreichen. Zu Beginn erzählt uns der Kursleiter Sven Schallenberg von „Conrad Electronic“ über die Ursprünge des Lötens, die bis ca. ins Jahr 2000 vor Christus zurückgehen, als Bewohner der Urvölker über offenen Feuerstellen z.B. Schmuck oder Masken löteten. Heute ist diese Technik nicht mehr wegzudenken und es gibt sogar schon Lötroboter, die in kürzester Zeit einige Tausend winzig kleine Lötstellen bearbeiten können.

 

Als wir den Bausatz für ein Retroradio auspacken und die zerbrechlich wirkenden Einzelteile entdecken, wünschen wir uns auch einen persönlichen Roboter, der uns beim Löten zur Seite steht. Herr Schallenberg ist sich aber ganz sicher, dass wir das auch alleine schaffen werden, und lobt unsere vorbildliche Kleidung, da Hotpants und Spaghettiträger beim Löten zu ungewünschten Brandings führen könnten. Der Coach klärt uns über weitere Gefahren beim Löten auf und wir sind kurzzeitig enttäuscht, dass unser leckeres Buffet, das eigentlich zur Stärkung zwischendurch gedacht war, bis zum Ende des Kurses auf uns warten muss: Denn wir löten mit einem speziellen Bleilötzinn, der zwar leichter zu verarbeiten ist, aber leider beim „Verzehr“ zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann. Außerdem warnt er vor dem eigenartigen Duft des Kolophoniums, welches zur Reinigung der Lötstellen dient und Unwohlsein hervorrufen kann.

 

Nachdem der Seminarleiter uns auch über Fehlerquellen des Lötens aufgeklärt hat, die bei uns nur zu einem Nichtfunktionieren des Radios, in der Industrie aber zu schweren Defekten wie z.B. einen Kurzschluss mit Autobrand führen können, geht es los: Zunächst üben wir unser Können mit dem 350 Grad heißen Lötkolben an Probeplatinen und merken schon jetzt, dass viele Schlüsselqualifikationen wie z.B. Genauigkeit, Fingerspitzengefühl, extreme Geduld, gute Konzentration und ein optimales Sehvermögen notwendig sind. Anschließend dürfen wir endlich ran an den Radiobausatz! Schritt für Schritt löten und montieren wir die Einzelteile und lernen jede Menge technische Fachbegriffe kennen, die Herr Schallenberg uns Anfängern anschaulich erklärt. So befestigen wir Potenzometer, bauen Lautsprecher ein, wickeln Spulen und bestücken eine Platine in vielen Lötvorgängen mit kleinsten Bauelementen. Dabei stellen wir fest, dass sich lange lackierte Fingernägel zwar zum Ablösen von Klebestreifen eignen, aber beim Löten nicht optimal sind. Leider kommt der Erste-Hilfe-Kasten deshalb auch zweimal kurz zum Einsatz. Bei der Aufforderung „Nehmt nun die Diode zur Hand und achtet darauf, die Pole richtig einzubauen!“ sind wir etwas überfordert und der Kursleiter erklärt uns die Funktionsweise genauer: Die Diode dient als Sperrrichtung, denn der Strom kann mit einem „Hulk“ verglichen werden, der schnell zu seiner Kraftquelle auf der anderen Seite will, und am liebsten durch das große goldene Tor rennt. Wir möchten aber, dass er gebremst wird und sich durch das kleine Loch zwängt. Deshalb bauen wir die Diode ein, was uns wirklich allen gelingt. Nach dem Fixieren von einigen Drähten, dem Einlegen der Batterien und dem Ausfahren der Antenne stellt sich uns nur noch eine Frage: Wird das Radio auch funktionieren? Trotz des schlechten Empfangs in unserem Schulhaus hören wir einige Töne und sind sehr stolz auf unser Werk. Schließlich sind wir die letzte Gruppe, die diesen Bausatz, der nicht mehr produziert wird, montieren durfte.  

 

 

Schnell räumen wir unseren Arbeitsplatz auf und waschen uns nach vier Stunden konzentrierten Arbeitens die Bleirückstände von den Händen, um uns endlich auf unser wohlverdientes Buffet zu stürzen.

Mit einem Applaus verabschieden wir uns von Herrn Schallenberg und bedanken uns für den abwechslungsreichen Vormittag, der uns einen interessanten Einblick in die Welt des Lötens gab. Beim Anblick unseres Zertifikats und des Radios, das wir mit nach Hause nehmen dürfen, werden wir uns immer an diesen Kurs erinnern.

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