Rettung in letzter Sekunde

Rettung in letzter Sekunde

 

 

Ich sitze alleine in meiner Wohnung und höre Musik; es ist 19:00 Uhr.

Die Wohnungstür wird aufgeschlossen, ich höre wie das Schloss knackt.

Ich springe auf, mache die Musik aus und renne ins Schlafzimmer und verstecke mich in einer Ecke. Ich bete leise: „Hoffentlich sieht er mich nicht, er tut mir sonst nur weh.“ Er ruft: „Hallo Schatz, ich bin wieder da“. Ich blieb leise in der Ecke sitzen. Leise Schritte kommen aufs Schlafzimmer zu, ich hielt die Luft an. Ich drückte mich weiter in die Ecke. Die Tür ging auf, er tritt hinein und sieht mich sofort. Er bückte sich zu mir hinunter und ich schaute in mit großen Augen an. Er flüsterte mir ins Ohr: „Na du kleines Dreckstück, hast mir nichts zu essen gemacht, was kannst du überhaupt.“ Ich habe Angst und meine Lippen beben. Er holt mit seiner Hand aus und gab mir eine heftige Ohrfeige. Ich fiel um und wimmerte vor Schmerz. Er zog mich hoch, warf mich um seine Schulter und brachte mich in die Küche. Ich kochte ihm schnell etwas zum Essen. Dann verschwand ich im Badezimmer. Ich nahm mir einen Waschlappen ließ kaltes Wasser darüber laufen und hielt ihn mir dorthin, wo er mich gerade geschlagen hat. Nun schaue ich in den Spiegel und ich sehe eine junge 19-jährige Frau mit Blutergüssen und Schürfwunden. Immer diese Gedanken von mir: „Er liebt dich, es tut ihm leid, was er dir antut.“ Ich zog mich um und ging ins Bett. In der Nacht habe ich die ganze Zeit nachgedacht, ob ich gehen soll oder ob ich bei ihm bleiben soll, ich liebe ihn ja. Der Wecker schellte um 07:30 Uhr und ich schreckte hoch. Mein Freund ist seit einer Stunde weg. Heute ist der 06.12.2015, also Nikolaus. Ich hoffe ihm hat mein Geschenk gefallen. Wann hat ihm je schon mal was gefallen? Ich weiß nicht, ob ich nicht doch gehen soll. Ich schaute auf meinen Bauch hinunter, hoffentlich liebt er unser gemeinsames Kind. Ich kann ihn wegen des Kindes nicht verlassen, denn ich will nicht, dass dieses Kind ohne Vater aufwächst. Ich bin fast am Ende mit der Schwangerschaft, denn am 24.12.2015 soll unser Baby auf die Welt kommen. Es klingelte an der Haustür, ich ging hin. Meine Mutter ist da; ich nehme sie in den Arm sie streichelte mich am Rücken. Ich zuckte vor Schmerz zusammen und stieß sie weg von mir. Sie schaute mich nur verwirrt an. Ich fragte sie: „ Willst du etwas trinken?“ Sie nickte nur stumm und setzte sich aufs Sofa. Ich brachte ihr ein Glas und sie nahm es dankbar an. Ich machte mir ein Müsli. Um 12:00 Uhr ging meine Mutter nach Hause. In einer Stunde kommt mein Freund nach Hause. „Ach du meine Güte, ich muss meinem Freund noch etwas kochen, sonst ist er stinksauer auf mich“, denke ich mir rasch. Ich kochte schnell Spagetti Bolognese. Pünktlich um 13:00 Uhr war ich fertig. Die Tür ging auf und er trat hinein. Er ging auf mich zu und schlug mich wieder. Ich zuckte zusammen und fiel um. Oh mein Gott, hoffentlich passiert meinen Baby nichts. Ich hielt meine Beine und Arme schützend vor meinen Bauch. Er schrie mich an: „Hey du, aufstehen du Dreckstück, was hast du wieder gemacht, alles machst du falsch, wenn du jemandem von hier erzählst, bring ich dich um und dein Kind mit dazu.“ Tränen stiegen mir in die Augen. Mein erster Gedanke war, ich muss weg hier, aber wie. Ich ging ins Schlafzimmer und packte eine Reisetasche, die ich hinten im Schrank versteckte. Ich kann nicht mehr, ich habe große Angst vor meinem Freund. Nun ging ich einkaufen, aber auf dem Weg zum Supermarkt brach ich zusammen und blieb bewusstlos liegen. Nach einer halben Stunde kam ich wieder zu mir. Ärzte standen um mich herum. „Was ist hier los, wo bin ich? Wie geht es meinem Baby? Was mach ich hier?“, fragte ich verwirrt. „Geht es meinem Baby gut?“ Der Arzt antwortete: „Deinem Baby geht es gut, du musst noch zur Beobachtung zwei Tage bleiben und der Oberarzt kommt gleich und untersucht dich noch.“ Ich nickte nur stumm. Der Arzt kam herein; er sah noch recht jung aus und hatte kurze braune Haare und braune Augen. Er untersuchte mich. Er sagte: „ Also, sie haben an den Armen, Beinen, Rücken und Brustkorb Blutergüsse und Prellungen am Brustkorb. Was ist da passiert? Wie kommt es zu den Verletzungen?“ Ich schaute ihn nur mit großen Augen an und mir kamen die Tränen. Er setzte sich zu mir ans Bett und sagte: „Ich will ihnen nur helfen und diese Verletzungen kommen nicht von einen Sturz; jetzt reden sie nur, denn es geht um sie und um ihr Kind. Irgendwann kann es auch böse für sie beide enden.“ „Was soll ich nur machen? Soll ich ihn die Wahrheit sagen oder nichts sagen; ich weiß es nicht. Ich glaube es wäre nicht die beste Idee, es zu sagen, aber komm, spring über deinen Schatten; okay ich mach es!“, sind die ersten Gedanken, die mir in den Sinn kommen. Ich antwortete verzweifelt: „ Okay, ich sage ihnen, was los ist. Ich werde von meinem Freund und Vater des Kindes geschlagen und misshandelt. Ich hätte immer gedacht, er hört irgendwann auf damit. Er hat mir auch heute gedroht, wenn ich es jemandem erzähle, dass er mich und mein Baby umbringt.“ Der Arzt sagte darauf: „ Okay, das sagt einiges, ich rufe die Polizei, damit sie endlich mit dem Mann abschließen können und so lange sie hier sind, kann ihnen nichts passieren.“ Ich nickte stumm und legte mich ins Bett. Plötzlich spürte ich mein Baby, wie es im Bauch strampelte. Zwei Polizeibeamte kamen ins Krankenzimmer und fragten mich nach meinen Personalien. Ein Polizeibeamter sagte: „Also Frau Bauer, nach ihren Verletzungen und der Aussage des Arztes nach zu urteilen, sehe ich hier eine schwere Körperverletzung an Mutter und Kind. Außerdem bedroht Sie ihr Freund und muss mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.“ Ich fragte: „Was muss ich tun, damit er wirklich in den Knast kommt?“ Der andere Polizist antwortete: „Wir schreiben eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung und Bedrohung! Gute Besserung und auf Wiedersehen!“

Ich antwortete: „ Dankeschön, auf Wiedersehen.“ Mein ehemaliger Freund kommt jetzt ziemlich schnell vor Gericht und muss mit einer noch höheren Strafe rechnen, weil er wegen sexueller Nötigung nur auf Bewährung war. Ich hatte noch einmal Glück im Unglück. Ich bin so froh, ihn los zu sein. Jetzt lebe ich derzeit im Mutter-Kind Heim und ausgerechnet an Weihnachten brachte ich einen gesunden Sohn namens Léon zu Welt.  Momentan möchte ich nicht, dass mein Sohn seinen Erzeuger kennen lernt.

 

 

 

 

 

 

 

Termine

Wichtige Links

Neue Rubrik auf der Homepage 

Auf der Seite Das ist aus uns geworden stellen wir ehemalige Schülerinnen und Schüler und deren berufliche Entwicklung nach ihrem Abschluss an der Mittelschule am Schlossberg vor. 

Kontakt

Mittelschule am Schlossberg

Hauzensteiner Str. 52

93128 Regenstauf

 

Rufen Sie einfach an unter

 

Tel.: 09402/94810-0

Fax: 09402/9481010

 

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.