Flucht vor dem Weihnachtshorror

Flucht vor dem Weihnachtshorror

 

Es waren nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Überall in der Stadt leuchteten und blinkten Lichterketten. Menschenmassen schoben sich von Geschäft zu Geschäft. Viele Kinder standen staunend und mit leuchtenden Augen vor den Schaufenstern. Die Erwachsenen blickten eher gestresst und verzweifelt drein auf der Suche nach den richtigen Geschenken.

 

Etwas abseits dieses Schauspiels stand ein Mann mittleren Alters. Er beobachtete auch die Situation. Doch in seinem Blick lag etwas anderes. Es war Stress, Angst, ja fast schon Panik vor diesem Trubel. „Wo war die besinnliche Adventszeit und das ruhige stimmungsvolle Weihnachten nur hingekommen?“, dachte er sich.   

„Früher war das alles doch nicht so schlimm.“ Er drehte sich um und ging mit schnellen Schritten nach Hause.

 

Niemand war in dem Haus, der auf ihn wartete und Verwandte hatte er auch keine mehr. Seine Eltern waren schon lange gestorben und seine geliebte Schwester musste er wenige Tage zuvor zu Grabe tragen. Es war für ihn keine freudige Weihnachtszeit, sondern eine sehr traurige, die vor ihm lag. Er überlegte, was er tun könnte, um diesem „Weihnachtshorror“ zu entfliehen. Er konnte es nicht ertragen, wenn er an die glücklichen Gesichter der Familien dachte, die gemeinsam zur Weihnachtsmesse gehen würden. Die Kinder in der freudigen Erwartung der Geschenke. Panik stieg in ihm hoch und es folgten mehrere schlaflose Nächte.

 

Doch dann hatte er einen seltsamen Traum. Es erschienen seine Großeltern. Plötzlich sah er sich und seine Familie in trautem Beisammensein zu Weihnachten auf der alten Berghütte seiner Großeltern. Es waren glückliche, besinnliche und ruhige Zeiten. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Als er erwachte, wusste er, was er zu tun hatte.

Er versuchte herauszufinden, wem diese Hütte gehörte, aber er hatte kein Glück. Niemand konnte ihm eine Auskunft geben. Dann beschloss er, ein paar Sachen zusammenzupacken und einfach aufs Geratewohl zu der alten Berghütte zu fahren. „Vielleicht habe ich ja Glück und niemand ist in der Hütte. Dann habe ich endlich meine Ruhe vor diesem „schrecklichen“ Weihnachtsfest“, kam es ihm in den Sinn. Gesagt – getan!

 

Kurze Zeit später war er bereits auf dem Weg. Die Straßen waren nicht von Schnee bedeckt, wie man es sich zu Weihnachten wünschen würde und der Verkehr hielt sich auch in Grenzen. Wahrscheinlich saßen viele zu Hause mit ihren Familien und machten gerade die letzten Vorbereitungen für das große Fest. Traurigkeit stieg in ihm hoch. Es dauerte gar nicht lange, bis er ankam.

 

Jetzt stand er davor. Es brannte kein Licht. Offensichtlich bewohnte niemand diese Hütte. Der Schlüssel lag auch noch dort, wo er schon vor Jahren immer lag. Vorsichtig öffnete er die Tür und trat ein. Trotz der Kälte durchfuhr ihn eine wohlige Wärme. Das war es, was er gesucht hatte. Er begann Holz zu suchen und schürte den Kachelofen an. Langsam wurde es gemütlich. Dann klopfte es an der Tür. Zwei Obdachlose suchten nach einem warmen, trockenen Unterschlupf.

Ihm kam die Herbergssuche der Weihnachtsgeschichte in den Sinn. Und warum nicht den wahren Sinn von Weihnachten – dem Fest der Liebe – selbst leben. Er bat die Fremden einzutreten und bereitete mit den Lebensmitteln, die er sich mitgebracht hatte, ein einfaches Weihnachtsessen. Gemeinsam begingen sie das besinnlichste Weihnachtsfest seit Jahren. So hatte alles noch ein gutes Ende.

 

von Johannes Artmann, M9d

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