Flucht hat viele Gesichter

Flucht hat viele Gesichter – auch an Weihnachten!

von der M9d der Mittelschule am Schlossberg Regenstauf

 

 

Es duftet nach Tannenzweigen und Orangenöl. Kerzen erhellen unseren Zeichensaal, der momentan in eine Oase der Ruhe umgestaltet ist. Ausnahmsweise ist es sehr ruhig in unserer großen M9d, denn alle Schüler lauschen gespannt und andächtig der Kurzgeschichte „Flucht vor Weihnachten“ von unserem Klassenkameraden Johannes, der dafür eine besonders gute Note und viel Lob bekommen hat. Diese Geschichte entstand im Rahmen des Schreibprojektes „Flucht hat viele Gesichter“ der neunten M-Klassen der Mittelschule am Schlossberg Regenstauf. Seit Schuljahresbeginn beschäftigen wir uns angeregt durch den GSE- und Deutschunterricht sowie das tägliche Zeitunglesen mit den unterschiedlichsten Arten von Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit, aber auch Hoffnung auf einen Neuanfang. Dabei haben wir festgestellt, dass es vielfältige Ausprägungen gibt: Von der Flucht der Heiligen Familie, über die Judenverfolgung im Dritten Reich, Fluchtversuche aus KZs oder der DDR, Vertreibung aus Ostpreußen bis hin zur Flucht in virtuelle Welten, Alkohol, Drogen, Gewalt oder vor Naturkatastrophen. Momentan befinden sich weltweit mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht; die Hälfte davon sind Kinder. Diesen Notleidenden wollen wir in unseren Geschichten ein Gesicht geben. Alleine oder in Kleingruppen überlegen wir uns Szenarien, recherchieren nach Namen, Orten und historischen Begebenheiten und schreiben unsere ganz persönliche Weihnachtsgeschichte mit Fluchthintergrund. Anschließend sammeln wir die Kurzgeschichten gemeinsam mit der Parallelklasse und erstellen einen Kurzgeschichtenband, der individuell mit gestanzten Elementen und Borten gestaltet wird, sodass lauter Unikate entstehen.
Beeindruckt und stolz beschließen wir, diese Fluchtgeschichten am Weihnachtsmarkt unserer Schule zu verkaufen. – Nach zwei Stunden Verkauf sind unsere Geschichten weggegangen wie die warmen Semmeln. Keiner hat damit gerechnet, dass unser Projekt so einen Anklang findet und einige Euros eingenommen werden können, die größtenteils für einen sozialen Zweck gespendet werden. Vielleicht wird eine unserer Geschichten ja an Weihnachten unter dem Christbaum vorgelesen. Wenn dann alle einen Moment innehalten und an die denken, denen es nicht so gut geht, hat sich unser Projekt wirklich gelohnt.

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