Reise nach Afghanisatan

Anette Erös von der Organisation „Kinderhilfe Afghanistan“ nahm die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen sowie der Klasse 8 c der Mittelschule am Schlossberg in Regenstauf mit auf eine „Reise nach Afghanistan“. Der Besuch erfolgte auf Einladung der Diplompädagogin Susanne Engl von der Jugendsozialarbeit.

Frau Erös zeigte den Jugendlichen ein „wunderbare Land“, ein Land der Kontraste mit „wunderbaren Menschen“, wie sie berichtete. In dem gebirgigen Land am Hindukusch sind 90 % steiniger Boden und nur 10 % fruchtbares Land. Es gibt Temperaturschwankungen von Minus 50 Grad im bis zu 7.000 m hohen Gebirge und bis zu 50 Grad Plus in der Ebene. 80 % der Afghanen leben in Großfamilien auf dem Land in sehr einfachen ummauerten Bauerngehöften aus Lehm. Jede Familie hat 7-10 Kinder und wohnt nur in einer kleinen Hütte im Innenhof des Bauernhofes. Es gibt kein fließendes Wasser, keinen elektrischen Strom, keine Möbel, dafür Matten am Boden zum Schlafen. Meist muss ein Kleidungsstück genügen und oft laufen die Kinder barfuß, weil für Schuhe kein Geld da ist. „Krass“ murmelte eine Schülerin und man sieht an ihren Gesichtern, auch ihre Mitschüler können sich ein solches Leben kaum vorstellen. Aber dafür sind afghanische Kinder nie allein, sie spielen mit ihren Geschwistern und Cousins im Schutz der häuslichen Mauern, berichtet Frau Erös. Aber sie haben auch tägliche Pflichten. So müssen die Mädchen von weit her das Wasser holen und Brennmaterial für das Kochen herstellen. „Da gibt es keinen Herd, an dem man an einem Knopf dreht und schon wird das Wasser heiß“, so Frau Erös. Als Brennmaterial werde Tierdung verwendet, weiß ein Schüler. Die Mädchen sammeln den Tierdung ein, vermatschen ihn mit bloßen Händen, fügen Stroh hinzu und klatschen die Fladen an die Lehmwände zum Trocknen. „Iiii!“ ist der Kommentar der Schüler. Die Jungs arbeiten mit den Vätern auf den Reisterrassen oder hüten das Vieh. Alles was gebraucht wird, muss man selbst herstellen, einen Supermarkt oder kleine Geschäfte gibt es nicht.

 

Die Schüler folgen gespannt den Ausführungen und immer wieder gibt es Zwischenfragen: „Wie ist das mit der Sprache?“, „Haben Sie die Fotos selbst gemacht?“, „Haben Sie auch auf einem Bauernhof gelebt?“. Ganz erstaunt sind die Schüler, als sie auf einem Foto neben dem Minarett einer Moschee auch eine große christliche Kirche sehen. „Dieses Land und seine Menschen sind anders, als sie in den Medien und von vielen Politikern dargestellt werden“, meint Frau Erös. Sie sind friedliebend, sehr gastfreundlich und sehr tolerant, es ist ihnen egal, an welchen Gott die Menschen glauben, wichtig ist nur, dass die Menschen an einen Gott glauben.

Hatte Frau Erös im ersten Teil Fotos von Kindern beim Wasserholen, beim Spiel oder vor der Lehmhütte im Bauernhof gezeigt, zeigten die Fotos im zweiten Teil die schlimmen Folgen des Krieges unter dem Afghanistan seit über 30 Jahren leidet. Ein Foto zeigt einen Großvater mit seinem Enkel, der in seinen Händen Handgranaten hält. Würde euer Großvater mit euch mit so etwas spielen, fragt Frau Erös die Kinder. Ein entsetztes Nein ist die Antwort aller Schüler. Die Schüler hören von so genannten Schmetterlingsminen, die noch heute explodieren und Kinder verstümmeln. Sie schauen aus, wie buntes Spielzeug und das verlockt die Kinder, es aufzuheben. Die Kinder lernen deshalb in der Schule, wie solche Blindgänger aussehen können und wie sie Unfälle vermeiden können. Ein Foto von einem Jungen, der bei einer solchen Explosion seine beiden Hände verloren hat, lässt die Schüler verstummen und es wird ganz still in der Aula. Um den Menschen in Afghanistan zu helfen, baut sie gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Reinhard Erös Schulen, berichtet Frau Erös. Nur die Schulbildung biete den Kindern die Möglichkeit für ein besseres Leben. Bildung im Land zu ermöglichen, sei wesentlich sinnvoller als Flüchtlinge zu produzieren, betont Frau Erös. Die „Kinderhilfe Afghanistan“ hat inzwischen über 30 Schulen, ein Gymnasium und ein Waisenhaus gebaut. Die Kinder wollen lernen, sie seien äußerst wissbegierig. So schildert sie, dass die Schüler zum Beispiel ihre Schulhefte wie einen Schatz hüten. Bücher gibt es nicht, in den Heften wird notiert, was die Lehrer sagen und wenn es gelernt ist, wird alles wieder ausradiert und ein zweites Mal beschrieben.

Nach zwei Stunden ist für viele Schüler klar, wir werden die Kinder in Afghanistan unterstützen. „Machen wir doch einen Sponsorenlauf“ so ein spontaner Ausruf.

 

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